#9: Leere Häuser auf der nackten Insel

Filmspezial

Nach langer Abstinenz ist endlich Daniel zurückgekehrt! Hoffentlich habt ihr ihn schon vermisst. Und weil er so eine unermüdliche Laberbacke ist, besprechen wir zwei eher dialogarme Filme: Kim Ki-Duks „Bin-Jip“ und Shindō Kanetos „Hadaka no Shima“.

In ersterem geht es um einen Mann, der heimlich in Wohnungen einbricht, um dort für eine kurze Zeit zu leben. In letzterem um eine Bauernfamilie auf einer wenig lebensfreundlichen Insel. Während in „Bin-Jip“ immerhin die Protagonisten nahezu stumm sind, schlägt „Die nackte Insel“ selbst noch die meisten Stummfilme, was den Mangel an Dialogen angeht. Auch die Handlungen der Filme sind eher repetetiv bzw. fast schon meditativ und lassen den Zuschauer in eine andere Welt abtauchen. Viel Spaß.

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00:00:00 Begrüßung/Intro
00:05:21 Golfspaß in Korea
00:55:09 Wasserfreuden in Japan
02:07:05 Abschied/Outro

8 Gedanken zu „#9: Leere Häuser auf der nackten Insel

  1. Seltsam das ihr (oder zumindest Daniel) beim Erwähnen der Tatsache, der Hauptdarsteller in „Bin-Jip“ würde den ganzen Film über kein Wort sprechen, nicht gleich im selben Atemzug Kim Ki-Duks Kastraten-Stummfilm „Moebius“ erwähnt habt. Hier wird dann nämlich gar nichts mehr gesprochen, dafür aber doppelt so viel geschnitten, filitiert und wundgescheuert.
    Der lief damals auf der 70. Ausgabe der Filmfestspiele in Venedig und sorgte dafür das die Gondeln enorme Trauer tragen mussten.
    Ich habe jedenfalls selten Leute über den sprechen hören bzw. schreiben gelesen.
    Als Teilzeit-Masochist auf 400 Euro Basis wäre ich sogar bereit darüber zu quatschen.

        • Mich wundert es sowieso recht stark das MOEBIUS in Kim Ki-Duks Ouevre wenn es um seine zahlreichen Skandalfilme geht, meist selten bzw. gar nicht genannt wird. Ich kann mir das nur damit erklären das er so gut wiemöglich totgeschwiegen wird.
          Im gefühlten Minutentakt wird hier von Mr. Duk ein Tabubruch nach dem anderen gereiht welcher dann den vorangegangen in seiner gezeigten Perversion auch noch übertreffen muss. Hier rutscht dem geneigten Arthouse-Kinogänger und Freund französischer Wohlfühlkomödien das Herz in die Hose und der Arsch aus dem Sessel.
          Das eine Mutter bspw. den eigenen Sohn kastriert würde ich mir ja unter „normalen“ Umständen (und in den Konventionen des Duk´schen Ideen-Kosmos gedacht) gerade noch eingehen lassen. Das danach aber jener abgetrennte Penis von der Mama auch noch verspeist werden muss, ist doch schon ein klein wenig „um die Ecke gedacht“…

          • Klingt doch interessant. War das nicht der Film, wegen dem vor ein paar Monaten eine Schauspielerin klagte? Aber ich glaube, der ist in Deutschland einfach generell sehr unbekannt. Hatte der überhaupt eine Kinoveröffentlichung?

  2. In Deutschland lief er lediglich auf dem Hamburger Filmfest wurde aber seltsamerweise von der FSK durchgewunken (Arthouse Bonus!) und vom Label MFA+ als Blu Ray veröffentlicht. Leider ist es eine recht lieblose Verröffentlichung:
    Als Specials werden hier Trailer und Trailershow einzeln aufgeführt.
    Lustig wird es aber bei der Tonspur-Angabe: DTS HD 5.1 ohne Dialoge!
    Dafür wird aber auf dem Cover ganz marktschreierisch verkündet:
    DER HÄRTESTE UND RADIKALSTE FILM SEIT ANTICHRIST!
    Derartige Vergleiche bieten sich natürlich an denn wir haben es hier mit zwei Programmkino-Lieblingen (Kim-Ki-Trier) zu tun, deren Filme meist ein provokativer Ruf vorauseilt und die in mindestens einem ihrer Werke den filmhistorisch äußerst unpopulären Akt einer inszenierten Genitalverstümmelung als plakatives Handlungselement ausschlachten.
    Auf Amazon gibt es den mittlerweilen für lau und die jeweilige User-Kritik mit den meisten und den wenigsten Sternen zeigen ganz schön wie sich an diesen Film die Geister scheiden. Sowohl geschmacklich wie auch grammatisch.
    https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R1BA6EAFDQVA6S/ref=cm_cr_getr_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B00GY52TLS

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