USI4: Bücher und Meckern und Dummsein

Unser schlimmes Internet

Hitler! Jugend! Brüste! Und Greta Thunberg. Heute widmen wir uns im schlimmen Internet dem HJB Verlag und dessen sexistischer, rassistischer und sonst wie menschenverachtender Kacke (welche natürlich als staats-/gesellschaftskritische Satire „getarnt“ wird). Es wird sehr schlimm, wenig lustig und sehr deprimierend.
Außerdem könnt ihr lauschen, wie wir uns daran versuchen, Werbung zu machen. Leider ist das Produkt der Wahl Quibi, welches uns rostige Dinge in den Popo steckt. Ist das nicht toll?

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00:00:00 Intro/Begrüßung
00:01:08 Werbungstraining
00:22:19 Literatur aus Deutschland

2 Gedanken zu „USI4: Bücher und Meckern und Dummsein

  1. Da hattet ihr mich seit langem auch mal wieder mit einem Thema.

    Vielleicht wollt ihr ja mal aus der Perspektive eines Buchhändlers etwas über den ganzen Kram hören.
    Vom HJB-Verlag hatte ich bis heute noch nie etwas gehört, und ich schätze, dass das für Hoffnung sorgen kann. Ich bin täglich mit sehr merkwürdigen Buchwünschen konfrontiert, aber zumindest die Bevölkerung der Kleinstadt hier und des Umlandes und auch die Touristen haben bisher (jedenfalls mich) nie nach einem Erzeugnis dieses Verlages gefragt.
    Andererseits gibt es eine ganze Reihe an kruden Verlagen aus ähnlicher Richtung. Kopp nanntet ihr ja selbst bereits und das ist sicher einer der bekannteren. Mit Erstarken (oder Auftauchen?) der Neuen Rechten breiten sich aber noch viel mehr aus: Antaios habt ihr möglicherweise schon gehört, Ares (gehört zu Leopold Stocker) ist ähnlich. Bekannt ist auch die Zeitschrift Junge Freiheit, die auch einen angegliederten Buchverlag hat. Und das sind Verlage, nach deren Büchern auch ab und zu einmal gefragt wird.
    Mit Zeitschriften aus dem Spektrum könnte ich weitermachen: Wir haben einen Kunden, für den wir jeden Monat Tichys Einblick bestellen müssen; ein anderer liest die Weltwoche (die schwer einzuschätzen, aber auf jeden Fall etwas schräg ist). Ich bin bei uns (u. a.) für den Bereich der Zeitschriften zuständig und lege solche nicht offen aus. Und ab und zu schickt uns der Zeitschriftengroßhändler auch ein paar Zeitschriften mit, mit denen wir es doch einmal probieren sollen, die ich gleich wieder zurücksende. So etwas wie Cato und Compact möchte ich ebenso wenig verkaufen wie irgendwelche zumindest in Ansätzen kriegsverherrlichenden Panzerzeitschriften. Ich bin ja selbst geschichtsinteressiert und wir haben eine größere Auswahl an Geschichtszeitschriften, aber die wähle ich dann doch mit Bedacht aus.

    Eine Anekdoten würde ich aber gern noch erzählen, alle anderen müssen irgendwann wohl mal selbst im Podcast erzählt werden. Wir hatten einst eine Kundin, die einen Kollegen ansprach, ob wir denn etwas von Akif Pirinçci am Lager hätten. Dieser Autor (mit Katzenkrimis(!) mehr oder minder bekannt geworden) ist irgendwann auf eine sehr unangenehme Seite gekippt (oder war dort schon immer) und veröffentlicht heute auch bei Antaios. Mein Kollege kannte den Herren nicht (wir haben ihn auch nicht am Lager) und musste recherchieren, woraufhin die Kundin herumtönte, dass das ja wieder klar sei; das werde alles unter Verschluss gehalten, man würde zensieren, in diesem Land gebe es keine Meinungsfreiheit mehr. Als mein Kollege sie dann auch noch drauf hinweisen musste, dass Pirinçcis aktuelles Buch damals nicht verkauft werden durfte, da es Thema eines Rechtsstreits war (keine Ahnung, wie sich das bis heute entwickelt hat), war natürlich alles zu spät. Ja, solche Kunden gibt es. Aber man muss auch sagen, dass es Ausnahmen sind.
    Deutlich häufiger sind Leute, die irgendwelchen esoterischen Kram wollen – absurde Therapieformen (Depressionen weg, indem man jeden Tag irgendwelche Fingerübungen macht), die Gotteserkenntnisse Schweizer »Medien« (Christina von Dreien …), Pendel und ich weiß nicht was.

    Eine Sache noch: Seit einigen Wochen auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste (was nur bedeutet, dass es sich hervorragend verkauft und das ist hier auch das Problem) im Bereich Sachbuch ist der Titel »Corona Fehlalarm?« [sic!]. Auch den haben wir trotz wirtschaftlichen Drucks nicht im Laden, da mein Kollege aus der Sachbuchabteilung nicht bereit ist, diesen auszustellen. Dort finden sich Fragen, die man sich anscheinend zu Corona stellen soll, und dann die Antworten der Autoren. Beispielsweise: »Was hat die Bundesregierung richtig gemacht?« – »Nichts.« (Und das war die gesamte Antwort auf diese Frage in diesem Buch; kein Scherz!)
    So etwas wird gerade am häufigsten von allen Sachbüchern gekauft. Und das sollte zu denken geben.

  2. Danke für die Perspektive Norman, und herzliches Beileid für die Schmierinfektionen mit Tichy’s Einblick. „Junge Freiheit“ hatte ich auch schonmal gehört, aber in das spezielle HJB Verlags-Loch bin ich hauptsächlich gefallen wegen dem dusseligen Greta Buch.
    Was diesen Akif Pirinçci betrifft sagt der mir auch nichts, aber als Freund von Genrefiktion kenne ich es leider nur zu gut damit überrascht zu werden, das sich irgendein Autor als komischer rechtsrand Schwurbler herausstellt und das in seinen Geschichten dann auch auslebt : /.
    Und hey, gestern tatsächlich das erste mal von dem Corona Fehlalarm Buch gehört auf der Suche nach Sachen für die Übernächste Folge (keine Versprechungen, aber Corona und spritueller Esoterik Kram sind definitiv immer ein verlockender Dorn im Auge, was schlimmes Internet betrifft)

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